Правда о Катыни
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Сайт http://katyn.ru «Правда о Катыни. Независимое расследование» – является интернет-ресурсом международного проекта «Правда о Катыни», созданного для выяснения истинных обстоятельств одного из самых загадочных и противоречивых эпизодов Второй Мировой войны – Катынского расстрела. Более подробно о целях проекта можно прочитать в разделе сайта «О проекте».
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В оформлении дизайна сайта использованы фотоматериалы из книги «Amtliches Material zum Massenmord von Katyn» (Berlin, 1943) и фотографии из архива Алексея Памятных.

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Начало раздела > Публикации > Сообщения > 1947-1959

Убивали по ночам. Журнал "Шпигель" (ФРГ). 25 мая 1951 г.

 


23.05.1951
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WISSENSCHAFT
GEMORDET WURDE NACHTS
Die "Schlange" Der Sträflingsstaat Wirtschaftliches Großunternehmen Such' dir einen Mann Einträgliche Strafarbeit Urkas und Sukas Ein "Gottesurteil" Stalins Leibfotograf Ein Zeuge von Katyn

Ein Bericht aus dem sowjetischen Zwangsarbeitslager Karaganda

Ich sprach mit Sophia Michajlowna Wassiljewa zuletzt am 12. März 1950. Ihre Lageranschrift war: Kasakische Sowjetrepublik, Gebiet Karaganda, Lagerabteilung 246. Damals übergab sie mir ihre Fotographie und bat mich dringend, wenn ich lebend nach Deutschland käme, das Bild einer amerikanischen Dienststelle vorzulegen. Den Namen ihres Verlobten habe ich vergessen. Ich erinnere mich noch an ihre Abschiedsworte: "Man hat die russischen Grenzen nach allen Seiten verschlossen, nun weiß man im Kreml nicht mehr, wo man den Schlüssel hingelegt hat."

Sophia Michajlowna Wassiljewa, die im Lager bei ihrem Mädchennamen Pinus gerufen wurde, war damals bereits drei Jahre in Verbannung. Sie ist die Tochter des Arztes Michael Pinus, der die Sanitätsbetreuung Moskaus leitet. Seine Anschrift ist: Michael Pinus, Moskau-Zentrum, Telegrafnyj Pereulok, Haus 8, Quartier 10. Er wie seine Tochter sind mosaischen Glaubens.

Sophia war zweimal verheiratet. Ihr erster Mann war der sowjetische Jagdflieger und Held der SowjetUNI0N, Oberst Ren. Als ich sie kennenlernte, war sie 29 Jahre alt. Sie hatte Medizin studiert, das Studium jedoch bei Ausbruch des Krieges mit Deutschland abgebrochen. Auf Grund ihrer Sprachkenntnisse (sie beherrscht 6 Sprachen) und ihrer hohen Intelligenz war sie noch während des Krieges bei der amerikanischen Botschaft in Moskau als Dolmetscherin angestellt worden. Hier lernte sie ihren amerikanischen Verlobten kennen.

Sie beabsichtigte, mit ihm zusammen nach den USA zu gehen. Als sie jedoch eines Tages in ihrem eigenen Wagen zur Botschaft fuhr, wurde sie unterwegs von zwei Männern angehalten. Sie stiegen zu ihr in den Wagen und befahlen ihr, zur Lubjanka zu fahren. Dort wurde ihr auf den Kopf zugesagt: "Sie haben Spionage getrieben, Genossin!"

Dieser Vorwurf bezog sich, wie sich Sophia entsann, auf ihre Uebersetzung eines Artikels aus der "Prawda", die hernach wortgetreu in der amerikanischen Presse erschien. Die Uebersetzung war von Botschafter Bedell Smith persönlich gewünscht worden. Da Sophia jedoch Bedenken hatte, hatte sie zuvor beim sowjetischen Chef des Stabes für die Presse angerufen und gefragt, ob sie die Uebersetzung machen dürfe. Er hatte nichts einzuwenden. "Unsere Zeitungen gehen ja sowieso ins Ausland", sagte er.

Trotz dieser Rückendeckung wurde Sophia der Spionage angeklagt. "Wissen Sie", erzählte sie mir, "was ich bei den verschiedenen Verhören erleben mußte, hätte ich niemals für möglich gehalten. Ich galt bis dahin als Dame der oberen Gesellschaft, nun behandelt man mich wie ein gemeines Geschöpf. Man legte mir Fotos aller möglichen Leute vor und bezichtigte mich, mit ihnen in Verbindung gestanden zu haben. Meine harmlosen Flirts wurden in vaterlandsverräterische Machenschaften umgebogen. Das Ende war die Verurteilung auf Grund von Artikel 58 des zivilen Strafgesetzbuches der SowjetUNI0N."

Im Lager verstand es Sophia, bis zu einem gewissen Grad ihre Eleganz zu bewahren. Sie war gepflegt, trug Seidenstrümpfe und einen Pelzmantel. Anfänglich war sie als Aerztin bei der Hauptverwaltung in Dolinka beschäftigt. Später gehörte sie einer Kulturgruppe an. Wegen ihrer Gewandtheit, mit den Umständen fertig zu werden, hieß Sophia bei uns nur "die Schlange".

Wie ich nach meiner Rückkehr nach Westdeutschland feststellen konnte, sind die hier herrschenden Vorstellungen über die Organisation und das Wesen sowjetischer Strafarbeitslager falsch. Man stellt sich gewöhnlich von Stacheldrahtzäunen und Wachttürmen umgebene Lager im Stile der ehemaligen deutschen Konzentrationslager vor. Tatsächlich aber ermöglicht es der russische Raum der Staatspolizei (MWD), ihre Zwangsarbeiter im Schein einer gewissen Freiheit zu halten und sie weitgehend sich selbst zu überlassen. Es wäre richtiger, von Strafgebieten oder Strafräumen anstatt von Lagern zu sprechen, obwohl der Ausdruck "Lager" auch in Rußland gebräuchlich ist.

Das "Lager" Karaganda ist in Wirklichkeit ein Landgebiet etwa von der halben Größe Westdeutschlands. Es erstreckt sich von dem hufeisenförmig gebogenen Balchaschsee im Süden bis zur Stadt Karaganda im Norden. Die Steppe, die ständig von Kontroll-Flugzeugen, sogenannten U 2-Maschinen (während des Krieges von uns "Nähmaschinen" genannt), überflogen wird, macht den Stacheldraht überflüssig. Außerdem streunen sibirische Bluthunde um die Sträflings-Siedlungen.

Es ist, meines Wissens, niemals einem Sträfling gelungen, aus diesem Gebiet zu entfliehen. Ein deutscher Kamerad, der es versuchte, wurde von den in Abständen

von zwei Stunden die Steppe überfliegenden Patrouille-Flugzeugen ausgemacht, sein Standort wurde nach Planquadraten durch Funk an die umliegenden Militärstationen gesendet. Berittene Trupps brachten daraufhin den Flüchtling ein.

Das "Lager" ist im Grunde nichts anderes als ein Staat der Strafgefangenen, der in einen zwar weitgespannten, aber festgefügten polizeilichen Rahmen gestellt ist. Im Innern eines solchen Menschenreservats gelten die üblichen Regeln menschlichen Zusammenlebens, allerdings auf einer tiefen, fast tierischen Stufe.

Daß der Sträflingsstaat sich mit voller Absicht der sowjetischen Staatsorgane selbst regieren soll, geht aus dem Kapitel IX des Arbeitserziehungs-Kodex der SowjetUNI0N hervor, in dem es heißt, daß

* "... die Sicherheit, die Aufrechterhaltung der Disziplin, die Begleitung der Häftlinge zu den Arbeitsplätzen und ihre Ueberwachung während der Arbeit Ueberwachungskommandos anvertraut werden, die aus Häftlingen gebildet sind."

Diese Ueberwachungskommandos sind teilweise sogar bewaffnet.

Das Lager Karaganda war folgendermaßen organisiert: Zunächst war da die Hauptverwaltung, die Uprawlenije, die sich in dem Ort Dolinka, einer früheren deutschen Siedlung, befand. Dieser Hauptverwaltung oder dem Hauptstab unterstanden vier Unterverwaltungen (Unterstäbe) oder Otdelenijen in Karabass, Scharik, Kiseltau und Koschkarbay. Diese wiederum betreuten je 9 bis 12 "Punkte" (Totschkas), die eigentlichen Arbeitsplätze.

Die neu eintreffenden Sakljutschonyjs (Zwangsarbeiter) wurden zunächst zum sogenannten Aufteilungspunkt (Peresylka) gebracht. Es war die Barackenstadt Karabass, etwa 50 Kilometer von Karaganda, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, entfernt. Als ich im September 1948 dort eintraf, waren bereits rund 12 000 Menschen versammelt.

Eine vom Hauptstab geschickte Kommission nahm die Aufteilung des Menschenviehs vor. Während ein Teil, vornehmlich Fachkräfte, beim Hauptstab und bei den Unterstäben zurückblieb, die Traktorenwerkstätten, Sägewerke, Pferdezuchtanstalten und andere eigene Arbeitsplätze unterhielten, floß ein weiterer Teil über die Unterstäbe zu den Totschkas ab. Auf den Totschkas arbeiteten zwischen 50 und 200 Zwangsarbeiter.

Das Ganze war ein wirtschaftliches Großunternehmen, eine "Gesellschaft" mit einem "Bestand" von schätzungsweise 50 000 Zwangsarbeitern. Unter dem Vorwand, "mit Freiheitsentzug bestrafte Personen zur Arbeit zu erziehen, ihre Fähigkeiten zu steigern, sie politisch und disziplinär erzieherisch zu beeinflussen und sie zu einem arbeitsamen Leben in einem organisierten Kollektiv zu erziehen", wie es unter Abschnitt II, Kapitel IC des Arbeitserziehungs-Kodex heißt, wird bei der Billigkeit der Arbeitskräfte ein großer Ueberschuß erzielt, der, wie im selben Abschnitt gesagt wird, "Handels-Organisationen zur Verteilung übergeben" wird.

Die Ausdehnung dieses Ameisenstaates, der mit nur geringen Unkosten in die Tasche des Staates arbeitet, wird dadurch deutlich, daß unsere Sträflingskarawane erst nach einem 18tägigen Fußmarsch die Totschka Proestorne erreichte. In diesem großen Gebiet lebten zahlreiche freigelassene politische Häftlinge, die sich hier ansiedeln mußten.

Als ich in der Totschka Proestorne eintraf, begann gerade der Herbst. Die Steppe färbte sich gelb. Stellenweise war das Gras schon dürr und krachte wie Waffelgebäck. Wir wurden in niedrige Lehmbaracken geführt, kahle, schmucklose Räume, die den Eindruck von Leichenhallen machten. Dieser Eindruck wurde vor allem durch rechteckige Lehmklötze hervorgerufen, die als Betten (Tumbotschkis) dienten. In der Gefangenensprache wurden sie Sackmans (Steine) genannt. Man schlief in der Unterkleidung, unter einer dünnen Wolldecke, in der der Schweiß zahlreicher Vorgänger unangenehm konserviert war.

Die Totschka war eine Art Hofgut mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. In einer abgelegenen Hütte wohnte der "Natschalnik Totschki", der Befehlshaber. Er war ein freigelassener Mörder, der eine Familie in Weißrußland besaß, es aber vorzog, mit einer strafgefangenen Frau, die gleichfalls irgendwo in Rußland verheiratet war, zusammenzuleben. In einem weiteren Gebäude hielt sich der "Natschalnik Regima" (der Verantwortliche für die Sicherheit) mit seinem bewaffneten Wachkommando auf. Er wie seine Leute waren Sträflinge.

Insgesamt lebten 80 Strafgefangene, darunter. 30 Frauen in der Totschka. Die Frauen waren in dem sogenannten Waschhaus untergebracht, das etwa 200 Meter von den Männerbaracken entfernt lag. Es war verboten, mit ihnen in Beziehung zu treten. Dennoch wurde dieses Verbot ständig übertreten - mit stillschweigender Duldung der beiden Natschalniks.

Die sexuelle Spannung führte zu häufigen Nachtbesuchen im Waschhaus. Da sich die Frauen in allen Totschkas, in denen ich war, in der Minderheit befanden, lag die Wahl bei ihnen. Sie suchten sich die Männer aus, manche sogar mehrere, und ließen sich von ihnen mit Nahrung und Kleidung versorgen, was eine erhebliche Erleichterung ihres Sträflingsloses bedeutete.

Wenn eine Frau neu zur Totschka kam, riet man ihr sofort: "Such dir einen Mann! Er wird für Essen sorgen und wenn er es stehlen muß." Dieser Zwang, sich das Leben einigermaßen erträglich zu machen, führte unweigerlich zur Prostitution.

Natürlich wurden auch Kinder geboren. Sie wurden jedoch, entgegen der Vorschrift Abschnitt II, Kapitel II des Arbeitserziehungskodex, nicht bis zu einem Alter von vier Jahren bei der Mutter belassen, sondern ihr gewöhnlich schon nach einem Jahr weggenommen. Es war erschütternd, die Verzweiflungsschreie der Frauen mitanzuhören, wenn die Kommission eintraf, die die Kinder nahm. Die Kinder wurden in Säuglingslagern beim Hauptstab in Dolinka untergebracht. Manchmal wurden auch die Mütter, besonders wenn es sich um Mätressen der Natschalniks handelte, mitversetzt.

Während der Zeit ihrer Schwangerschaft und bis etwa ein Jahr nach der Geburt erhielten die Frauen einen Mütterzusatz an Verpfiegung, der vornehmlich aus Zucker und Schafsmilch bestand. Die Kinder kamen häufig während der Arbeit, in irgendeiner Heumiete und ohne ärztliche Hilfe zur Welt. Gelegentlich gelang es, neugeborene Kinder der Kinder-Erfassungskommission zu unterschlagen. Sie wuchsen dann wild heran, besuchten nie eine Schule und wurden zu Verbrechern.

Die Arbeitszeit in der Totschka richtete sich nach dem Auf- und Untergang der Sonne. Zwar hatte der Natschalnik Totschki einen alten deutschen Junghans-Wecker zur Verfügung, aber der war Jahre vorher schon stehen geblieben und niemand verstand es, ihn wieder in Gang zu bringen. Der Natschalnik nahm ihn eines Tages mit in die Stadt Karaganda, wo ein Uhrmacher war. Wie wir hinterher erfuhren, wollte er den Wecker jedoch nicht reparieren lassen, sondern hatte ihn dem Uhrmacher mit dem Auftrag übergeben, ihm aus der großen Uhr zwei kleine Uhren zu machen, die man "am Handgelenk anbinden" könne. Der Uhrmacher hatte den Natschalnik daraufhin ausgelacht, worauf der Wecker wieder in seine alte Funktion eintrat, nämlich nicht zu gehen.

Unsere Hauptaufgabe bestand darin, Schafe zu hüten. Es befanden sich rund 8000 Schafe in der Totschka. Demzufolge wurden wir Schäfer und Schäferinnen genannt. Pro Kopf wurden jeden Morgen 100 Schafe herausgezählt, mit denen wir im Frühjahr und im Sommer in die Steppe zogen, um sie weiden zu lassen. Wenn noch kein Gras wuchs, wurde von einem Lastwagen Heu abgeworfen, eine bestimmte Kilozahl jeden Tag. Die Mutterschafe erhielten eine zusätzliche Norm, ein Gemisch aus Haferschrot und einer schwarzen Gerstensorte. Da unsere eigene Norm erheblich geringer war als die der Schafe, mußten es die Tiere dulden, daß wir uns aus ihrer Zusatzration oft Suppe kochten.

Sommers machten wir Heu in der Steppe, was bei der sengenden Hitze sehr anstrengend war. Wir nächtigten dabei in Zelten. Wurde es Herbst, so hieben wir ein kniehohes, dorniges Gestrüpp ein (Karganik genannt), das wir als Heizmaterial für den Winter in unsere Baracken schleppten. Obwohl an vielen Stellen im Karaganda-Gebiet, sobald man mit dem Fuß die Erde aufscharrte, Kohle zum Vorschein kam, bekamen wir nie Kohle als Heizung. Das Essen wurde über einem Heufeuer gekocht.

Manche meiner Mitgefangenen wurden von einer heimtückischen Schaf-Krankheit, der Brucelose, befallen, die sich auf Menschen überträgt. Es traten Fieber und

danach Lähmungserscheinungen ein, so daß die von der Brucelose Befallenen mehrere Monate lang an Krücken gehen mußten.

Es gab Totschkas, wo die Arbeit schwerer war als in Proestorne. Ich denke an die Steinbrüche und Kohlengruben. Aber auch in Proestorne konnte ich den körperlichen und seelischen Verfall beobachten, dem manche meiner Schicksalsgenossen entgegengingen. Sie hatten einmal als Rabotjagas (vollwertige Arbeiter) begonnen. Nun waren sie auf dem Wege, zu Dochodjagas (menschlichen Trümmern) zu verfallen. Mit ihrer fortschreitenden körperlichen Wertlosigkeit wurde immer mehr von ihrer Verpflegungsnorm abgestrichen. Wer über 60 war, brauchte nicht mehr zu arbeiten. Er durfte - verhungern.

Dennoch ist der Strafarbeiter im allgemeinen für den Nutznießer Staat einträglicher als der freie Arbeiter: Er arbeitet zumeist 11 Stunden am Tag, der freie Arbeiter nur 8. Da für den Strafarbeiter viele Feiertage, vornehmlich aber die nationalen Feiertage, wegfallen, bringt er es auf 330 Arbeitstage im Jahr gegenüber nur 308 des freien Arbeiters. Die Arbeitsnorm, die dem Strafarbeiter vorgeschrieben wird, ist durchschnittlich um 20 Prozent höher, als die des freien Arbeiters. Wenn er schlecht oder zu wenig arbeitet, bekommt er weniger Essen oder wird hart bestraft, so daß er, um nicht zu verhungern, die Norm schaffen muß. Da der Strafarbeiter keinen Lohn hat, arbeitet er im Grunde nur, wie dies einmal ein Mithäftling mit tiefer Bitternis ausgedrückt hat, "für eine Schaufel Erde auf sein Grab".

Der schöne Schein, wie er im Straferziehungskodex der SowjetUNI0N zum Ausdruck kommt, täuscht nicht darüber hinweg, daß in sowjetischen Straflagern die Kriminellen herrschen. Im Straferziehungskodex heißt es unter Allgemeine Richtlinien, Punkt 7:

* "Arbeit, politische Erziehung und Verpflegung ... sind in Uebereinstimmung mit den Grundaufgaben der Arbeitserziehung im proletarischen Staat organisiert. Sie dürfen nicht von der Zufügung physischer Schmerzen oder Erniedrigung der Menschenwürde begleitet sein."

Tatsächlich hält sich auch die Staatspolizei, die innerhalb der Lager kaum in Erscheinung tritt, in diesem Punkt vorsichtig zurück. Dagegen ist schon die Kapo-Herrschaft des Stammpersonals der Lager, das aus "gewöhnlichen", niemals politischen Verbrechern besteht, von Willkür geprägt. Die eigentliche Macht aber liegt bei den großen Verbrecherorganisationen, die, von keiner Seite befugt und dennoch geduldet, die anonyme Masse der Strafgefangenen terroristisch beherrschen.

Im Lager Karaganda kam ich zum erstenmal mit den Urkas und Sukas in Berührung. Es sind dies zwei über die ganze SowjetUNI0N ausgedehnte Verbrecherorganisationen, welche sich, wegen der grundsätzlichen Verschiedenartigkeit ihrer Auffassungen, bis aufs Messer bekämpfen. Wenn ein Urka und ein Suka zusammentreffen, gibt es einen Toten.

Die Wachmannschaften waren deshalb immer bestrebt, Urkas und Sukas von vornherein auseinanderzuhalten. Zwischen diesen zwei Verbrecher-"Gewerkschaften", wie man sie nennen kann, wird die Masse der "freien", unorganisierten Strafgefangenen buchstäblich zerrieben und dezimiert. Beide arbeiten mit schwarzen Listen. Ich habe Bestätigungen dafür, daß sich das MWD und das Stammpersonal der jeweils herrschenden Banditenhäuptlinge bedienten,

um Todesurteile aussprechen und ausführen zu lassen (in der SowjetUNI0N wurde die Todesstrafe am 26. Mai 1947 abgeschafft, jedoch am 12. Januar 1950 durch einen Ukas des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR wieder eingeführt).

Die Banditenorganisation der Urkas (vermutlich von ukrastj = stehlen) entstand in den 30er Jahren aus einer oppositionellen Einstellung gegenüber dem Staat, der seine Verbrecher unter menschenunwürdigen Bedingungen hält. Die Urkas verweigern deshalb aus Protest jegliche Arbeit und lehnen es ab, in den Lagern irgendwelche Posten zu bekleiden. Schließlich treten sie für eine gerechte Besitzverteilung unter den Sträflingen ein, wobei sie nicht zögern, zu stehlen oder mit Gewalt zu nehmen, was einer mehr hat als der andere. Ich habe es in Petropawlowsk mehrfach erlebt, daß die Pakete, von denen sich jeder Sträfling - ausgenommen die Ausländer - je eines im Monat schicken lassen konnte, dem Urka-Häuptling Iwanow, einem 16fachen Mörder, vorgelegt werden mußten, der den Inhalt verteilte.

Ob in Freiheit oder in Unfreiheit, der Urka, dieser Kriminelle mit Standesbewußtsein, macht keinen Finger krumm für ein System, das die Masse seiner Menschen auf ein so tiefes Lebensniveau herabgedrückt hat. Er lebt vom Verbrechen. Ich erinnere mich, daß einmal eine ermordete und beraubte Frau aufgefunden wurde, bei der man ein Schild mit der Aufschrift fand: "Für 100 Gramm Brot."

Die Urkas erkennen sich untereinander an ihren Tätowierungen, die gleichzeitig Rangunterschiede anzeigen. Für eine besonders große Zahl von Verbrechen werden Auszeichnungen in Form von auf Brust, Rücken und Armen eintätowierten Bildern verliehen. Die Häuptlinge tragen einen tätowierten Adler auf der Brust. Sie unterscheiden sich auch dadurch von den gewöhnlichen Urkas, daß sie als einzige eine Weste tragen. Trägt ein Neuankömmling zufällig eine Weste, so wird sie ihm vom Leibe gerissen. Die häufigsten Tätowierungen, die ich sah, waren ein orthodoxes Kreuz auf dem Oberarm sowie ein fünfzackiger Stern um die Brustwarze. Auch Frauen gehören den Urkas an. Ihre Tätowierungen sind meist von unbeschreiblicher Obszönität.

Bei ihren Verbrechen im Lager bedienen sich die Urka-Häuptlinge verurteilter 12-bis

16jähriger Kinder, der sogenannten "Springer", als Kundschafter. Mit Hilfe dieser Jungen verfügen sie über einen ausgezeichneten Nachrichtendienst. So waren aus entlegenen Teilen der SowjetUNI0N eintreffende neue Sträflingstransporte bereits lange vor ihrem Eintreffen im Lager bekannt. Jemand, der auf der Todesliste der Urkas steht, wird immer von seinem Schicksal ereilt, manchmal erst nach Jahren, in einem weit entfernten Lager oder auch erst, wenn er sich längst in Freiheit befindet.

Im Gegensatz zu den Urkas sind die Sukas eine Art Kollaborateure. Sie haben als abtrünnige Urkas mit dem sowjetischen Strafsystem ihren Frieden gemacht. Sie schmeicheln sich bei den Wachmannschaften ein, drängen sich nach Positionen, lassen sich als Spitzel benützen und gebärden sich gegenüber ihren Mitgefangenen als brutale, vor nichts zurückschreckende Egoisten. Auf diese Weise glauben sie am angenehmsten die Strafgefangenschaft hinter sich zu bringen. Von den Urkas werden sie deshalb verächtlich Sukas (Hundesöhne) genannt. Wie jene, sind sie gleichfalls Kriminelle. Wenn die Macht der Urkas im allgemeinen auch größer ist, so sind ihnen die Sukas in manchen Totschkas doch überlegen.

Ich habe einmal einem "Gottesurteil" beigewohnt, wie es von dem Urka-Häuptling Iwanow herausgefordert wurde: Ein Suka, ein einarmiger Invalide, der in unsere Baracke eingedrungen war, war gefangen worden. "Du wolltest jemand töten", fuhr ihn Iwanow eiskalt an. Der Invalide bestritt. Darauf befahl Iwanow, ihn am Pfahl einer zweistöckigen Pritsche aufzuhängen. "Wenn du die Wahrheit gesagt hast, wirst du nicht sterben", sagte er zynisch. Ich sehe den Mann noch heute, wie er ein Handtuch an einem Ende zwischen die Zähne nahm und mit seiner einen Hand einzelne Streifen davon abriß, aus denen der Henkerstrick geflochten wurde. Dann hängte man ihn auf. Er hing wohl eine Minute. Die Augen traten hervor, die Zunge hing lang aus dem Hals. Jemand zählte halblaut bis sechzig. Bei der letzten Zahl wurde der Erhängte abgeschnitten. Er fiel mit dem Gesicht auf den Boden. Seine Peiniger wandten ihn um und traten ihn mit den Stiefeln in die Nieren. Wiederum etwa eine Minute lang.

Plötzlich begann der Mann in kurzen, dann in längeren Intervallen nach Luft zu schnappen. Aber mehrere Stunden lang lag er noch an derselben Stelle. Dann hob man ihn auf. Ich sah am anderen Morgen, wie er auf einer Pritsche saß und eine Zigarette rauchte. Am Hals trug er noch das feuerrote Mal ...

Ich habe später einen russischen Arzt gefragt, wie etwas derart Unerhörtes möglich sei. "Ich halte es für möglich", sagte er ohne Begründung.

Morde geschahen gewöhnlich des Nachts. Dann lautete am Morgen die Meldung an den inspizierenden Wachhabenden: "30 Mann in der Baracke - in der Ecke ein Stück Fleisch ..." Ein kurzes "Ladno" ("In Ordnung!") des Wachhabenden, und die Sache war erledigt.

Diese Bestien, unter denen wir leben mußten, waren bei Kriegsende in Uniformen gesteckt und als Jobanowrop-Kompanien (Verbrecher-Kompanien) bei der Eroberung Berlins eingesetzt worden. Es war unerträglich für uns Deutsche, anhören zu müssen, wie sie von ihren Taten mit einer Ausführlichkeit prahlten, die nicht wiedergegeben werden kann.

Die Herrschaft der Kriminellen in den Strafarbeitslagern ist um so bestürzender, als sie in der Minderheit sind. Der größte Teil der Strafarbeiter besteht aus den "Politischen", Personen, die wegen politischer Verbrechen (Sabotage, Spionage, staatszersetzender Kritik) verurteilt sind, sowie Personen, die lediglich verdächtigt werden, dem Sowjetstaat nicht treu ergeben zu sein (ehemalige Grundbesitzer, Ausländer, Familien politischer Häftlinge). Außerdem gibt es die Gruppen "KRD" und "KRE" (konterrevolutionäre Aktivisten und konterrevolutionäre Elemente), die nach dem Grad ihrer Gefährlichkeit unterschieden werden. Schließlich die Gruppe "SOE", eine Zwischengruppe zwischen kriminellen und politischen Gefangenen. Es sind Leute unklarer sozialer Stellung - Elemente der Unruhe.

Ich bin mit Angehörigen aller dieser Gruppen zusammengekommen. Einzelne Persönlichkeiten haben sich mir fest eingeprägt. Ihre Personalien kann ich allerdings nur, wenn überhaupt, dem Klange nach wiedergeben. Mehrere von ihnen

baten mich, ähnlich wie Sophia Michajlowna Pinus, daheim von ihrem Los zu berichten. Ich nenne die bemerkenswertesten Persönlichkeiten:

* Einen Oberleutnant der französischen Armee, der in Berlin im Dienste des Roten Kreuzes gestanden hatte und mit einer Kommunistin verheiratet war. Er war im Jahre 1948 während eines Spazierganges im sowjetischen Sektor in Uniform verhaftet und abgeführt worden. Seine Frau wurde aufgefordert, ihm Wäsche und Bekleidung ins Gefängnis zu bringen. Dabei wurde sie gleichfalls verhaftet. Beide wurden wegen Spionage zu 15 und 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

* Den amerikanischen Sergeanten Pitt Fervers, der 1945 an der Demarkationslinie verhaftet und im Sommer 1948 nach Artikel 58, Abschnitt 6 (Spionage) des Strafgesetzbuches verurteilt wurde. Er war häufig mit zwei gleichfalls verurteilten amerikanischen Negern zusammen.

* In der Lagerabteilung 9099/13 Karaganda lernte ich im Februar 1948 den ehemaligen Direktor der Deutschen Lufthansa, Walter Lutz, kennen. Ich entsinne mich, daß er später nach Moskau übergeführt wurde.

* Gleichfalls 1948 wurde ich in Petropawlowsk mit dem ehemaligen deutschen Konsul in Wladiwostok, Lamla, bekannt, der zusammen mit zwei deutschen Botschaftssekretären zur Zwangsarbeit verurteilt worden war. Lamla war nach dem Kriege in Thüringen verhaftet worden. Die Anklage wegen Spionage bezog sich auf seine Vorkriegstätigkeit in Wladiwostok.

Von russischen Persönlichkeiten lernte ich einen Herrn kennen, der behauptete, Stalins Leibfotograf gewesen zu sein. Er war, wie er sagte, verurteilt worden. weil er interne Fotografien aus dem Kreml an eine ausländische Gesandtschaft weitergegeben hatte. Ich erinnere mich an ihn genau. Er war etwa 1,65 Meter groß, Jude und hatte auffallend schwarzes Haar. Im Lager konnte er seinem Beruf insofern weiter nachgehen, als er beauftragt war, Aufnahmen für die Verbrecherkartei zu machen. Hierbei arbeitete er mit einer deutschen Leica. Aus eigener Erfahrung behauptete er, daß sämtliche Stalinfotos

retouschiert würden, da Stalin in Wirklichkeit ein alter, gebrechlicher Mann sei.

Weiter erinnere ich mich an den russischen Journalisten Aftanas Nikolowitsch Bjelajew. Ihm war USA-Freundlichkeit vorgeworfen worden. Er war mit General Marshall bekannt, von dem er hofft, daß er sich um ihn kümmern wird, wenn er von seinem Los erfährt.

Besonderen Eindruck machten auf mich die Zahlenangaben eines zu Zwangsarbeit verurteilten russischen Oberprokurors (Oberstaatsanwalts), der angeblich während seiner Tätigkeit in Moskau die Gesamtkartei der sowjetischen Strafarbeitslager einsehen konnte. Er namte die Zahl von 25 bis 30 Millionen Zwangsarbeitern. Es gäbe 5 große Verwaltungszentren für die Lager: Leningrad und Moskau für Weißrußland, Kiew für die Ukraine sowie Swerdlowsk und Nowosibirsk für Sibirien.

Dieser Oberprokuror berichtete auch von einer Verhaftungs-Aktion gegen die Garnison der Roten Armee in Leiningrad im Jahre 1948. Dabei sollen 28 000 bis 30 000 Mann in Zwangsarbeitslager verschickt worden sein. Ich erinnere mich selbst, daß im Sommer 1948 ein Transport von etwa 2000 Offizieren und Soldaten der Roten Armee, die zu den Okkupationstruppen in Deutschland gehört hatten, in Karabass eintraf. Sie trugen sämtlich Soldatenuniformen. Die Schulterstücke waren ihnen abgerissen worden.

Nur mit Vorbehalt gebe ich die Angaben eines 1,90 Meter großen, hageren, vornehmen Mannes mit weißem Spitzbart wieder, der behauptete, Stellvertreter Molotows gewesen zu sein. Er habe beabsichtigt, zu emigrieren, sei aber durch seine Verhaftung daran gehindert worden.

Glaubwürdiger dagegen erschien mir die Schilderung des polnischen Generalstabs-Kapitäns Przibilski über die Vorgänge im Wald von Katyn, die zur Abschlachtung der polnischen Offizierselite führten.

Przibilski erzählte: "Unter sowjetischer Bewachung waren wir in einem Barackenlager im Wald von Katyn zusammengetrieben worden. Es fiel uns auf, daß nacheinander einzelne Kameraden aus den Baracken zum Verhör abgeführt wurden und nicht wiederkehrten. Einer dieser Kameraden, mit dem ich eng befreundet war, besaß einen schönen bestickten Tabaksbeutel, aus dem ich mich gelegentlich bediente.

"Dieser Kamerad wurde eines Tages gleichfalls abgeführt. Kurz darauf sah ich den Tabaksbeutel im Besitz eines russischen Wachpostens. Das machte mich stutzig. Später wurde ich selbst herausgerufen. Ich wurde mit einer Anzahl Kameraden in den Wald geführt, wo wir vor einer Grube aufgestellt wurden, in der mit Chlorkalk bestreute Leichen lagen. Einige meiner Kameraden beteten, andere flehten laut um ihr Leben. Dann krachten MP-Schüsse.

"Ich fiel vornüber in die Grube, spürte aber gleich, daß ich nur leicht verwundet war. Ich stellte mich tot und man streute Chlorkalk über mich. Während der Nacht bin ich dann aus der Grube geklettert und durch den Wald gekrochen. Ich erreichte eine Kolchose, wo ich mich als Arbeiter verdingte. Ich blieb da mehrere Jahre, bis mein Erlebnis in Katyn ruchbar wurde. Daraufhin erhielt ich 25 Jahre Zwangsarbeit."

So Przibilski. Sein Schicksal ist ebenso wie das von Sophia Michajlowna Wassiljewa ein Teil der Tragödie sowjetischer Zwangsarbeiter, von deren Vorhang ich versucht habe, einen Zipfel zu heben.

Der ehemalige deutsche Kriegsgefangene Hans Rebach, in der SowjetUNI0N zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, begnadigt und in die Heimat entlassen, hat die auf Briefmarkengröße zusammengefaltete Fotographie von Frau Sophia Michajlowna Wassiljewa, geborene Pinus, nach Westdeutschland geschmuggelt. Sophia ist die Verlobte eines Sekretärs der amerikanischen Botschaft in Moskau. Ohne Wissen ihres Verlobten war sie 1947 auf 15 Jahre in das südsibirische Zwangsarbeitslager Karaganda verbannt worden. Sie hofft, daß ihr Verlobter die amerikanische Regierung bewegen kann, beim Kreml ihre Freilassung zu erwirken. Der Kriegsgefangene hat sogleich nach seiner Heimkehr das Bild mit einer Erklärung an das amerikanische Hauptquartier in Frankfurt am Main eingeschickt. Ueber seine Begegnung mit Sophia und über seine eigenen Erfahrungen im Zwangsarbeitslager Karaganda, wo nach seinen Angaben noch viele Deutsche leben, die niemals schreiben dürfen, berichtet er hier.


DER SPIEGEL 21/1951

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29193980.html

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Перевод на русский язык фрагмента статьи, посвященного Катыни:

"... Правдоподобнее, напротив, представился мне рассказ капитана польского генерального штаба Пшибыльского о событиях в Катынском лесу, приведшим к бойне польской офицерской элиты.

Пшибыльский рассказал: "Нас держали под советской охраной в барачном лагере в Катынском лесу. Мы заметили, что отдельные наши товарищи один за другим конвоировались из бараков для допросов и не возвращались назад. Один из этих товарищей, с которым я близко дружил, имел красиво вышитый кисет, из которого и я иногда обслуживал себя.

Этот товарищ однажды тоже был уведен. Вскоре после этого увидел я его кисет в руках русского охранника. Это заставило меня задуматься. Позднее вызвали и меня самого. В составе группы товарищей меня отвели в лес, где нас поставили перед ямой, в которой лежали трупы, посыпанные хлористой известью. Одни из моих товарищей молились, другие громко молили о пощаде. Затем раздались выстрелы из пистолета-пулемета.

Я упал ничком в яму, но сразу же почувствовал, что я только легко ранен. Я притворился мертвым и меня посыпали хлорной известью. Ночью я выбрался из ямы и пополз через лес. Я добрался до одного колхоза, в который нанялся рабочим. Я оставался там несколько лет, пока пережитое мною в Катыни не получило огласку. Вследствие чего я получил 25 лет принудительных работ. ..."

(перевод Игоря Островского, 6 марта 2010 г.)

 


Дата: Суббота, 06 Март 2010
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