Правда о Катыни
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Сайт http://katyn.ru «Правда о Катыни. Независимое расследование» – является интернет-ресурсом международного проекта «Правда о Катыни», созданного для выяснения истинных обстоятельств одного из самых загадочных и противоречивых эпизодов Второй Мировой войны – Катынского расстрела. Более подробно о целях проекта можно прочитать в разделе сайта «О проекте».
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В оформлении дизайна сайта использованы фотоматериалы из книги «Amtliches Material zum Massenmord von Katyn» (Berlin, 1943) и фотографии из архива Алексея Памятных.

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Начало раздела > Официальные документы > Amtliches Material

Amtliches Material zum Massenmord von KATYN


5. Zeuge: Sacharow.

Zur Person: Ich heiße Sacharow, Matwei, bin 49 Jahre alt, griechischkatholischer Religion, verheiratet, 2 Kinder, parteilos, von Beruf Bauer, wohnhaft in Nowo-Bateki. Ich bin zur Zeil Dorfältester von Nowo-Bateki. Der Zeuge Nr. 3 — Andrejew — ist mein Neffe.

Zur Sache: Meine Aussage vom 2. April 1943, die mir vorgelesen wurde, entspricht der reinen Wahrheit. Ich mache sie zum Gegenstand meiner heutigen Vernehmung und setze noch folgendes hinzu:

Ich habe nicht in alle Wagen hineingesehen, aber in den Waggons, in die ich hineingesehen habe, befanden sich immer zwei bis drei Geistliche. Sie trugen lange Röcke. Es wurde mir gesagt, daß dies polnische Geistliche wären.

Ins Russische übersetzt, vorgelesen und unterschrieben.

Der Zeuge wurde vereidigt.

 

6. Zeuge: Schigulow.

Zur Person: Ich heiße Schigulow, Michail, bin 28 Jahre alt, griechisch-katholischer Religion, bin verheiratet, 1 Kind, von Beruf Vorschläger und wohne in Nowo-Bateki Nr. 16. Seit August 1942 bin ich beim russischen O.-D.

Zur Sache: Meine Aussage vom 6. April 1943, die mir vorgelesen wurde, entspricht der reinen Wahrheit. Ich mache sie zum Gegenstand meiner heutigen Vernehmung und habe nichts hinzuzufügen.

Ins Russische übersetzt, vorgelesen und unterschrieben.

Der Zeuge wurde vereidigt.

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Der weiter geladene Zeuge Godonow ist nach Angabe des Dolmetschers schwer erkrankt und konnte deswegen nicht erscheinen.


C h e f r i c h t e r

 

Beglaubigt:

 

Für die Richtigkeit der übersetzten Aussagen:

Dolmetscher

 

Vermerk: Sämtliche Zeugen machten einen durchaus glaubwürdigen Eindruck. Ich bin überzeugt, daß sie alles ausgesagt haben, was sie wußten.

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10. Aus der Aussage des ehemaligen polnischen Oberleutnants Glaeser*)

„In der Zeit vom 20. 3. 40 bis 9. 5. 40 wurden aus beiden obengenannten Lagern (Kozielsk-Kloster und Skitrund) etwa 30 Transporte mit je 80 bis 120 Mann aus den Lagern abgeschoben. Am 9. Mai 1940 wurde unser letzter Transport, ca. 150 Mann, nach genauer Untersuchung in Lastkraftwagen nach dem Verladebahnhof Kozielsk transportiert. Hier wurden wir in Gefängniswaggons (grüne) verladen. Die Waggons — es handelte sich um sehr stabile Vierachswagen mit verschiebbaren Stahlplatten und Gittern — umfaßten 120 Personen. Sie wurden aber auch zum Transport von 300 benutzt.

In dem Käfig, in dem ich transportiert wurde, war mit den Fingernägeln folgendes eingekratzt:

„18 Ofizcerow W. P. — kwiecien 40' (18 Offiziere des polnischen Heeres — April 1940.)”

 

11. Aus dem Tagebuch des polnischen Majors Solski”)

(Deutsche Uebersetzung)

8.  4. 3.30 Uhr Ausfahrt aus der Station Kozielsk nach Westen. 9.45 Jelnia Station. Von 12 stehen wir auf dem Nebengleis.

9.  4. Einige Minuten vor 5 Uhr früh werden wir geweckt und zum Verladen verteilt. Wir sollen auf Autos weggebracht werden. Was weiter?

9. 4. um 5 Uhr früh. Von Tagesgrauen an beginnt der Tag nicht gut. Wir sind in Gefängniswagen verladen. In den Abteilen Wache. Wir kommen in einen Wald — eine Art Sommererholungsheim. Gründliche Absuchung um
. . . Uhr, auf der die Zeit 6.30 oder (8.30) verzeichnet war. Sie fragen nach Trauringen. Sie nehmen ab Rubel, Hauptpaß, Taschenmesser.

_____________
*) G. gehörte zu den ca. 25 Volksdeutschen, die im Lager Kozielsk ausgesondert und später durch Vermittlung der Deutschen Botschaft in Moskau freigelassen wurden.
**) S. Leiche Nr. 490.

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D. Die Identifizierung der Opfer

12. Aus dem Ausgrabungsbericht der Feldpolizei vom 10. April 1943*)

Die Ausgrabungen der polnischen Leichen im westlichen Geländeteil — mit 1 bis 7 bezeichnet**) — sind heute zu einem gewissen Abschluß gekommen. In dem ersten Massengrab (1) wurde an einer Randseite bis auf die Sohle gegraben, wo 12 Leichenschichten gezählt worden; in der Grabmitte dürfte sich jedoch die Zahl noch erhöhen. In einer Schicht liegen ungefähr 250 Leichen, so daß etwa mit 3000 Leichen in diesem Massengrab gerechnet werden muß. Der mit 2 bis 7 bezeichnete Geländeteil wurde an einigen Stellen aufgegraben und diese Stellen miteinander verbunden. Hier liegen die Leichen teilweise dicht beieinander, während sie in dem 1. Grab meist wahllos durcheinander liegen.

Wie bereits im II. Zwischenbericht erwähnt ist, befindet sich in den Bekleidungsstücken fast aller Leichen der gesamte Tascheninhalt. Von den bisher ausgehobenen 100 Leichen konnten 65 an Hand der vorgefundenen Ausweise, Briefe und ähnl. identifiziert werden. Bei 39 Leichen ist einwandfrei erwiesen, daß es sich um ehemalige polnische Offiziere handelt, und zwar folgende Dienstgrade:

2 Generäle,
2 Oberste,
1 Oberstarzt,
4 Oberstltn.,
7 Majore,
2 Oberstabsärzte,
6 Hauptleute,
1 Stabsarzt,
4 Oberltn.
10 Leutnante.

Die übrigen namentlich Erfaßten dürften gleichfalls Offz. gewesen sein, was z. Z. jedoch nicht bewiesen werden kann. Die Leichen der in der Aufstellung fehlenden Nummern konnten nicht identifiziert werden, da die Bekleidung sowie der Tascheninhalt eine Personenfeststellung nicht ermöglichte.

Die namentliche Aufstellung und der Nachweis des Tascheninhalts ist angeschlossen.***)

_____________
*) Erwähnt in Dokument 1.
**) 8. Bilddokument 1.
***) Die hier erwähnte Liste wurde bis zum 7. 6. 1943 auf 4143 Leichen ergänzt. Siehe Abschnitt IV.

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Die Zlotybeträge (Geldscheine) sind — da nicht mehr kursfähige Banknoten — mit dem übrigen nicht verwertbaren Tascheninhalt verbrannt worden.

Von den Uniform-Dienstgradabzeichen ist nur eine Serie zusammengestellt, der Rest vernichtet worden.

gez. Unterschrift
Feldpolizeisekretär

13. Schlußbericht vom 10. Juni 1943*)

Die Aushebungs-, Identifizierungs- und Umbettungsarbeiten der poln. Offiziers-leichen sind am 7. 6. 43 abgeschlossen worden.

Einleitend ist zu erwähnen, daß der Wald „Kosi Gory”, d. h. Ziegenberg, bereits seit 1925 als Richtstätte der NKWD. bzw. des Dreierkomitees benutzt wurde. Verschiedene Versuchsgrabungen im gesamten Waldgelände führten stets zu Funden von Massengräbern, in denen russ. Leichen beiderlei Geschlechts liegen. Einige dieser Leichen wurden untersucht und ausnahmslos als Todesursache Kopfschuß festgestellt. Aus den vorgefundenen Papieren ist ersichtlich, daß es Insassen aus dem Smolensker NKWD.-Gefängnis waren, und zwar vorwiegend politisch Beschuldigte.

Die ausgehobenen 7 Massengräber der erschossenen poln. Offiziere liegen auf einem verhältnismäßig eng begrenzten Raum (siehe Detailskizze).

Von den geborgenen 4143 Leichen sind 2815 einwandfrei identifiziert. Die Identifizierung erfolgte an Hand der in den Kleidertaschen vorgefundenen Personalausweise, Geburts-, Verleihungs- und anderen Urkunden und der persönlichen Briefsachen. In mehreren Fällen waren Ausweise, andere Papiere und größere Zlotybeträge in den Stiefelschäften eingenäht. Die Bekleidung der Leichen ließ einwandfrei erkennen, daß es ehemalige poln. Offiziere waren, so z. B. die bei den Polen üblichen hohen Kappen der Reitstiefel. Von den bisher nicht Festgestellten wird eine beträchtliche Zahl durch die Ermittlungsarbeit des poln. Roten Kreuzes noch bekannt werden.

Im einzelnen verteilen sich die Dienstgrade auf:

General 2
Oberst 12
Oberstleutnant 50
Major 165

_____________
*) Ueber den Fortgang der Ausgrabungsarbeiten hat die Feldpolizei laufend in ihren Protokollen Bericht erstattet der zusammenfassende Schlußbericht macht indessen den Abdruck dieser einzelnen Protokolle überflüssig.

Der Mord von Katyn Bg. 3

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Hauptmann 440
Oberleutnant 542
Leutnant 930
Zahlmeister 2
Fähnrich 8
Unteroffizier 2
Nur als Offiziere erkennbar 101
Nur als Uniformierte erkennbar 1440
Aerzte 146
Veterinäre 10
Geistlicher 1
Zivilisten 221
lediglich der Name festgestellt 21
völlig unkenntlich 50

Die lediglich als Uniformierte bezeichneten Leichen sind gleichfalls als Offiziersleichen anzusehen, da die Schulterstücke der erkannten Offiziere vielfach in den Kleidertaschen vorgefunden wurden.

Die Leichen sind jeweils nach der Identifizierung — bei der jede Leiche mit einer Nummer versehen wurde — und gerichtsärztlicher Untersuchung in neu hergerichtete Gräber unter Beteiligung der poln. Rote-Kreuz-Mitglieder beigesetzt worden. Diese neuen Gräber sind mit den Nummern 1—6 versehen; erkenntlich an der Rückseite der Kreuze. Desgleichen sind die beiden Einzelgräber der Generale beschriftet worden.

Für evtl. noch einlaufende Anfragen der Angehörigen ist eine Kartei angelegt, in der sämtliche Namen der Identifizierten aufgenommen sind.

Aus den Uebersetzungen der bei den Leichen gefundenen Tagebücher, Taschenkalender und sonstigen Aufzeichnungen ist ersichtlich, daß die 1939 in russ. Gefangenschaft geratenen poln. Offiziere in verschiedenen Lagern untergebracht waren, so in Kozielsk, Starobielsk, Ostaschkow, Putiwel, Bolotow. Pawliszczijbor, Szepietowka, Gorodok. Die Masse der im Walde von Katyn Erschossenen war in Kozielsk (250 km südostwärts Smolensk, an der Bahnstrecke Smolensk—Tambow) untergebracht. Bekannt ist, daß eine geringe Anzahl von Starobielsk über Kozielsk nach Katyn gebracht worden ist.

Die Abtransporte aus Kozielsk erfolgten von Ende März bis Anfang Mai 1940 im Eisenbahntransport. Die genauen Daten lassen sich heute nicht mehr bestimmen. Auch der als Zeuge vernommene Volksdeutsche Glaeser konnte darüber keine bestimmten Daten angeben. Die Stärke der jeweiligen Transporte, die fast täglich mit wenigen Unterbrechungen erfolgten, schwankte zwischen 100 bis 300. In einem Palle, und zwar am 4. 4. 1940, wurden 2402 Offiziere abtransportiert. Ausladebahnhof war für alle Transporte Gniesdowa bei Smolensk. Von dort erfolgte der Weitertransport in den frühen Morgenstunden mit Ge-

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fangenen-LKW, in den 3 km westlich von Gniesdowa liegenden Wald von Katyn. Dort wurden die Offiziere sofort erschossen und in die bereits vorbereiteten Massengräber geworfen und verscharrt, wie auch aus der Vernehmung des Kieselew jr. hervorgeht, der die ausgeworfenen Gräber gesehen hatte.

Daß die Erschießungen unmittelbar nach dem Eintreffen durchgeführt wurden, beweisen die Aussagen der Zeugen, die jeweils nach den Transporten das Schießen und das Schreien gehört haben. Es befand sich auch in dem Walde, mit Ausnahme des Dnjepr-Schlößchens, das nur eine beschränkte Aufnahmemöglichkeit hat, keine Unterkunft. Beachtlich ist auch die letzte Eintragung des Majors Solski, dessen Tagebuch-Uebersetzung sich beim Vorgang befindet, der die letzte Stunde im Walde benutzt hat, um einige Eintragungen in sein Notizbuch zu machen.

Außerhalb der Gräber wurden eine Anzahl beschossener Pistolenhälsen mit dem Bodenaufdruck „Geco DD 7.65” gefunden; desgleichen vereinzelt in den Gräbern zwischen den Leichen. Mit Ausnahme weniger Leichen weisen sie Kopfschüsse auf, und zwar befindet sich der Einschuß in der Regel unterhalb des Hinterhaupthöckers, der Ausschuß in der Stirn über den Augen (siehe hierzu Detailaufnahmen und gerichtsärztlichen Befund des Prof. Dr. Buhtz sowie Protokoll des poln. Arztes Dr. Wodcinski). Bei einer beträchtlichen Zahl wurden Steckschüsse festgestellt. Das Kaliber der gefundenen Geschosse deckt sich in allen Fällen mit den Verletzungen der Schädel, und zwar beträgt es 7,65 mm. Bei der verwendeten Munition handelt es sich um ein deutsches Fabrikat, Firma Genschow. Nach Auskunft des OKH. (Ch H Rüst und Befehlshaber des Ersatzheeres) vom 31. 5. 43 ist Pistolenmunition gleichen Kalibers und Pistolen unter anderem an Rußland und Polen geliefert worden*). Es ist noch zu klären, ob die verwendete Munition und die Pistolen aus russischen oder aber aus den von den Russen nach der Besetzung Ostpolens erbeuteten polnischen Beständen stammten.

Nach der Lage der Opfer in den Massengräbern ist anzunehmen, daß die Mehrzahl außerhalb der Gräber erschossen und die Leichen dann wahllos hineingeworfen wurden. Sie lagen völlig ineinander verfilzt, nur in den Gräbern I, II und IV waren sie zum Teil nebeneinander- und auch übereinandergepackt. Bei einigen dieser Leichen wurden Hülsen zwischen Nacken und Mantelkragen gefunden. Ferner konnten einwandfreie Mantelkragendurchschüsse festgestellt werden. Diese gepackten Leichen lagen ausnahmslos mit hochgeschlagenen Mantelkragen in den Gräbern. In einigen anderen Fällen wurden Geschosse zwischen Stirn und Innenseite der Mütze gefunden. Die Anzahl der in den Gräbern Erschossenen beträgt etwa 500 bis 600. Einer erheblichen Zahl waren die Hände auf den Rücken gebunden. Bei einem geringen Prozentsatz war zusätzlich eine Halsfesselung und darüber hinaus ein über den Kopf verschnürter

_____________
*) S. Dokument 15, Abschnitt 10.

Der Mord von Katyn Bg. 3*

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Rock: bzw. Mantel gebunden. Die verwendete Fesselungsschnur besteht ausschließlich aus einer festen Kordel, ähnlich der Gardinenschnur.

An Wertsachen wurden in den Taschen der Leichen nur vereinzelt Ringe, Goldstücke und ähnliches gefunden. Wie auch aus verschiedenen Tagebuchaufzeichnungen hervorgeht, sind den Gefangenen während ihres Aufenthaltes im Lager diese Sachen abgenommen worden, oder aber, soweit der einzelne noch etwas besaß, mußten diese Stücke kurz vor der Erschießung auf Aufforderung abgegeben werden. Belassen wurden ihnen lediglich die Zlotygeldbeträge, die bei einer großen Anzahl der Leichen in erheblichen Beträgen gefunden wurden.

Augenzeugen sind trotz Veröffentlichung und Aufrufen nicht ermittelt worden. Bekannt wurde nur der Name des Verwalters, der in dem Erholungsheim eingesetzt war. Zeugenaussagen beweisen, daß der Zutritt in den Wald jedem Unbefugten strengstens verboten war und woran auch jedermann durch die Bewachungsmannschaften gehindert wurde.

Mit dem Abschluß der Ausgrabungen sind nicht sämtliche poln. Offiziers-leichen geborgen worden, da in den letzten Tagen ein weiteres in seiner Ausdehnung noch unbekanntes Grab in einiger Entfernung gefunden wurde. Es ist damit zu rechnen, daß noch weitere Gräber gefunden werden.

Das Dokumentenmaterial sowie der persönliche Nachlaß der Leichen ist geordnet, mit laufenden Nummern versehen, im einzelnen in den täglichen Ausgrabungsberichten aufgeführt.

Vo8
Feldpolizeisekretär.

14. Eine polnische Delegation am Massengrab ihrer Landsleute

Smolensk, den 13. April. — Eine polnische Delegation besichtigt die bisher freigelegten Massengräber ihrer ermordeten Landsleute. Die Delegation besteht aus Mitgliedern des polnischen Hilfskomitees, Aerzten aus Warschau, aus einem Vertreter des Oberbürgermeisters dieser Stadt und polnischen Journalisten aus Warschau und Krakau.

Schweigend geht die Delegation durch den Jungwald, der wohl in seiner ganzen Ausdehnung ein einziges, entsetzliches Massengrab ist. Da liegen Ausrüstungsgegenstände, wie sie eben beim Graben zum Vorschein gekommen sind: „Das sind polnische Feldflaschen” . . . nickt ein polnischer Arzt und geht weiter. Die Leiche eines Brigadegenerals ist hier zutage getreten, deutlich sieht man die dunkelblauen Streifen an der Reithose, deutlich auch die Ordensbänder an der Jacke. Alle diese Toten hier haben noch ihre Papiere in den Taschen, und als

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der Name eines anderen Generals genannt wird, des Brigadegenerals Smorawinski, da sind einige unter der Delegation, die ihn kannten und die bislang nicht wußten, daß er hier durch einen Genickschuß eines GPU.-Hinrichtungskommandos ums Leben gekommen ist.

Die Gerichtsmediziner legen mit klaren und knappen Worten dar, daß der Zustand der Leichen, daß die eindeutigen Befunde an den vielen Toten gar keinen Zweifel über den Zeitpunkt des grausigen Mordes lassen. Und diese Befunde stimmen ja mit allem überein, was sonst über diesen Massenmord bekannt wurde: Da finden sich in den Taschen der Toten noch die Kalender und Tagebücher, die alle bis zum März und April des Jahres 1940 reichen. Da stehen die Dorfbewohner von Gnesdowa, die Eisenbahnangestellten und die Kolschosarbeiter, die damals, vor drei Jahren, die endlose Folge der Kraftwagen mit den polnischen kriegsgefangenen Offizieren gesehen haben, die in den Wald von Katyn fuhren.

Das alles sieht die Delegation. Sie geht von Grube zu Grube, sie sieht die unzähligen Leichen ihrer Landsleute, sie spricht mit den Dorfbewohnern und läßt sich von ihnen berichten, wie die Transporte mit den polnischen Offizieren, die vielleicht meinten, in neue Gefangenenlager, in ein Arbeitslager zu kommen, in den Todeswald von Katyn fuhren.

Heiligenamulette und Erkennungsmarken, Legitimationen und Lichtbilder, Soldbücher und Notizhefte wurden bei den Leichen gefunden. Hohe Orden und Ehrenzeichen sind da, Bilder der Angehörigen, Visitenkarten und dienstliche Papiere mit Unterschriften hoher polnischer Offiziere. Die Toten tragen alle noch Koppel und Riemenzeug — zum Teil aber sind sie an den Händen gefesselt, zum Teil auch haben sie den Rock über den Kopf gestülpt.

Die Bolschewisten, die in den 25 Jahren ihres Blutregiments selbst die gesamte Oberschicht des russischen Volkes systematisch und bewußt vernichtet haben, sie scheuten keinen Augenblick davor zurück, mit dem in ihre Hände gefallenen Teil des polnischen Offizierskorps genau so zu verfahren. Sie hatten auch wohl keinen Augenblick damit gerechnet, daß dieses entsetzliche Blutbad je entdeckt werden würde. Und wir wissen, daß sie heute alles dransetzen würden, es zu verbergen, es umzufälschen oder abzuleugnen. Doch allzu deutlich, allzu nüchtern ist die Sprache der Dinge.

Viele Polen werden nun — auch an Hand der Namen, soweit sie aus den Papieren festgestellt werden können — Gewißheit über das Schicksal ihrer Angehörigen erhalten, die damals von den Bolschewisten verschleppt worden waren.

Noch ist erst ein Teil der Opfer identifiziert, aber immer wieder stoßen die Angehörigen der Delegation auf vertraute Namen — so mancher persönliche Bekannte ist dabei, viele Aerzte auch, Stabsoffiziere, die man in Warschau gut kannte und an deren Namen man sich erinnert.

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E. Protokolle und die Obduktionsbefunde des deutschen Gerichtsarztes
und der Internationalen Aerztekommission über den
Leichenfund

15. Bericht des leitenden Gerichtsmediziners Professor Dr. Gerhard Buhtz über die Ausgrabungen von Katyn

1. Vorbereitungen

Am 1. März 1943 wurde mir zur weiteren Veranlassung ein Bericht der Geheimen Feldpolizei vom 28. Februar 1943 über die Auffindung von Massengräbern polnischer Offiziere zugeleitet, die von dem NKWD. im Jahre 1940 im Walde von Katyn erschossen worden waren.

Gemeinsam mit der Geheimen Feldpolizei überzeugte ich mich durch Probegrabungen insoweit von der Richtigkeit der aufgenommenen Zeugenaussagen russischer Einwohner aus benachbarten Dörfern. Da wegen des Bodenfrostes mit der Freilegung und Untersuchung der Leichen nicht sofort begonnen werden konnte, war es möglich, die Vorbereitungen für die bevorstehenden Arbeiten in aller Ruhe zu treffen.

Um bei den Arbeiten von Witterungseinflüssen geschützt zu sein, wurde durch russische Zivilisten ein heizbares Holzhaus in einem nahegelegenen Dorfe abgerissen und in nächster Nähe der Massengräber im Walde von Katyn wieder aufgebaut. Vier in das Dach eingebaute Fenster sorgten als Oberlicht für ausreichende Beleuchtung, ein Herd mit 4 Feuerlöchern diente zur Mazeration der Leichenteile, eine Reihe von Tragbahren und hölzernen Tischen zur Auflagerung der Leichen, zur Ausbreitung der Kleider und des Tascheninhalts, sowie zur Protokollführung, Papiertüten zur Aufbewahrung der Habseligkeiten und Dokumente, Blechmarken, Draht und Nummereinschlaggeräte zur Vorbereitung für die Identifizierung und die laufende Numerierung, ein Wasserwagen zur Wasserversorgung, sowie mehrere Sektionsbestecke für die Leichenöffnungen.

Das in Smolensk gelegene Gerichtsärztliche Feldlaboratorium wurde wegen der zu erwartenden umfangreichen gerichtsärztlichen und naturwissenschaftlichkriminalistischen Untersuchungen wesentlich erweitert und ausgestattet.

Auf Befehl des OKH. konnte alsdann am 29. 3. 1943 mit den Ausgrabungen begonnen werden.

2. Mitarbeiterstab

Während die polizeilichen Funktionen einschließlich der Absperrung in der Zuständigkeit der u. a. durch polnische Polizei und russischen Ordnungsdienst verstärkten Geheimen Feldpolizei lagen, wurde ich bei den gerichtsärztlich-kriminalistischen Untersuchungen an den Leichen und im Laboratorium, abgesehen von meiner langjährigen wissenschaftlichen Assistentin Frau Asta Rosenthal. geb. Harwart, und dem Protokollführer Adolf Hengstmann u. a. unterstützt

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a)  durch die deutschen Gerichtsärzte Dr. Siegfried Müller, Dr. Theodor Schmidt, Dr. Jobst Waechter,

b)  durch die deutschen Gerichtschemiker Dozent Dr. habil. Walter Specht und Dr. Rudolf Themlitz,

c)  durch den polnischen Gerichtsarzt Dr. Wodzinsky (Krakau) und dessen polnische Hilfskräfte,

d)  durch die deutschen Präparatoren und Sektionsgehilfen Kurt Merzbach, Friedrich Neels und Alfred Schubert,

e) durch die deutschen Photolaboranten Heinz Roßbach und Bruno Zachlod.

Bei der Auswertung und Ausarbeitung der Untersuchungsergebnisse war in besonderem Maße mein langjähriger Mitarbeiter Dozent Dr. habil. Specht (Breslau) beteiligt.

3. Die acht Massengräber, ihre Lage und Maße

Bis zum 1. 6. 1943 wurden in einem umschriebenen Bereich des Katyner Waldes sieben Massengräber untersucht, in denen ausschließlich ermordete Angehörige der ehemaligen polnischen Armee lagen. Diese Gräber befanden sich nahe beieinander in größeren, mit einem auffällig jungen Kiefernbestand bepflanzten, nach Südwesten zu abfallenden Waldlichtungen (s. Lageskizze).

Grab 1, das wegen seiner Form als ,,L”-Grab bezeichnet wurde, war das größte der bisher in Katyn aufgefundenen Massengräber. Es erstreckte sich mit dem langen Schenkel über 26 m in nordost-südwestlicher Richtung, während der kürzere Teil (16 m) nach Nordwest zu abgewinkelt war. Am Ende des Nordwestschenkels betrug die Breite des Grabes 5,5 m, während der Südwestabschluß zu 8 m Breite gemessen wurde. Die Grabfläche betrug etwa 252 m2.

Das Grab 2 befand sich in einer Entfernung von etwa 20 m südöstlich des ,,L”-Grabes. Es erstreckte sich in Nordwestsüdost-Richtung und wurde mit 20X5 m gemessen, so daß 100 m2 Grabfläche vorlagen.

Grab 3, das sich südwestlich des Grabes 2 befand, maß 3,5X6 m (21 m2).

Die Gräber 4 und 5 schlossen sich an das Grab 3 nach Südwesten zu in abfallendem Gelände an. Grab 4 hatte dieselbe Größe wie Grab 3.

Grab 5 maß 3X4,5 m (13,5 m2 Grabfläche) und schloß das Gräberfeld nach Südwesten, einer Sumpfniederung zu, ab. Bei der Eröffnung dieses Grabes trat alsbald Grundwasser zutage, wodurch das Grab bis 0,8 m unter den Grabrand erfüllt wurde. Zur Zeit der Verscharrung muß also ein niedriger Grundwasserstand geherrscht haben.

Südöstlich neben Grab 4 waren die Gräber 6 und 7 festgestellt worden, die gemäß ihrer Größe 4X12 m und 3,5X9 m = 48 bzw. 22,5 m2 Grabfiäche umfaßten.

Diese sieben Massengräber wiesen sonach eine Grabfläche von nicht weniger als 478 m2 auf.

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Die Tiefe der einzelnen Massengräber — vom Grabrand bis zur Sohle gemessen — schwankte zwischen 1,85 bis 3,30 m. Die größte Tiefe von 3,30 m wurde im mittleren Teil des langen Schenkels vom „L”-Grab festgestellt. Die uneinheitlichen Grabtiefen erklären sich daraus, daß die Sohlen in der Regel Unebenheiten aufwiesen, waren zum anderen vor allem aber auch darauf zurückzuführen, daß speziell die Sohlen der Grabstellen 1, 5, 6 und 7 mit Rücksicht auf das abfallende Gelände in ihren südwestlichen Teilen meist zwar stufenförmig abfallend, trotzdem aber weniger tief in das Erdreich eingelassen waren. So betrug beispielsweise die Tiefe der Grabstätte 6 im nordöstlichen Teil 2,10 m, im südwestlichen dagegen nur 1,74 m.

Die durchschnittliche Grabtiefe machte — vom gewachsenen Boden bis zur Sohle gemessen — etwa 2,30 m aus.

Die einzelnen Gräber waren in der Regel bis zu einer Höbe von 1,50 m unterhalb des gewachsenen Bodens mit den Opfern angefüllt worden.

Das am 1. 6. 1943 südwestlich (jenseits) der Sumpfniederung in einer Entfernung von etwa 100 m vom ersten Gräberkomplex aufgefundene, ebenfalls in oinen seichten Sandhügel eingelassene Polengrab 8 wurde zunächst nur in einem Ausmaß von 5,5X2,5 m eröffnet. Diese Probegrabung erstreckte sich in nordwestsüdöstlicher Richtung. In etwa 2 m Tiefe stieß man auf die ersten Leichen. Nach Nordwesten zu fand sich auf der Grabsohle ein kurzer, terrassenförmiger Absatz, den eine aus jungen Kiefernstämmen faschinenartig gefügte Begrenzung gegen den Leichenstapel abschloß, — ein Befund, der bei der Untersuchung der Gräber 1—7 nicht in Erscheinung getreten war. Ueber den definitiven Zweck dieser Abgrenzung, die offensichtlich mit den Mänteln der Opfer dicht behängt und umwickelt worden war, läßt sich beim derzeitigen Stand der Untersuchungen noch nichts Abschließendes sagen. Möglichenfalls handelt es sich hierbei lediglich um ein Stützgerüst, wie es bei Ausschachtungen in sandigem Boden häufig als Schutz vor dem Nachrutschen des Erdreiches eingebaut wird. Diese Abgrenzung kann auch nicht ohne weiteres mit den im Grab 2 festgestellten natürlichen Quertrennwänden verglichen werden, aus denen im besonderen gemäß ihrer symmetrischen Anordnung, Zahl und analogen Breite (1—1,40 m) zu schließen ist, daß das Grab in drei Phasen — offenbar dem laufenden Bedürfnis entsprechend — geschaufelt und gefüllt worden war.

Nordöstlich des Gräberfeldes (Gräber 1—7) jenseits des zum NKWD.-Schloß führenden Waldweges und südöstlich des Grabes 8 im Waldgelände durchgeführte Probegrabungen führten zur Aufdeckung zahlreicher Russengräber, deren Vorhandensein die wiederholt geäußerte Meinung bestätigte, daß das Gebiet des Katyner Waldes seit Jahren bereits der Tscheka, der GPU., OGPU. und letztlich dem NKWD. als Richtstätte gedient hatte.

Die Ausgrabungen mußten am 3. 6. 1943 wegen der sommerlichen Wärme und der starken Fliegenplage aus sanitätspolizeilichen Gründen vorläufig unterbrochen werden.

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4. Bergung und Identifizierung der Leichen

a) Bergung der Leichen und Sicherstellung des Beweismaterials

Die Bergung der Leichen, die zunächst durch deutsches, fachlich geschultes Personal unter Zuhilfenahme von russischen Zivilisten erfolgt war, wurde später dem der polnischen Rote-Kreuz-Delegation angehörenden Arzt Dr. med. Wodzinsky-Krakau übertragen und von Angehörigen des polnischen Roten Kreuzes unter Aufsicht der Feldpolizei und im engsten Einvernehmen mit den deutschen Ermittlungs- und Untersuchungsinstanzen durchgeführt.

Bergungsschwierigkeiten traten verschiedentlich insofern in Erscheinung, als beispielsweise die Leichen im Grab 5 aus dem zutage getretenen Grundwasser geborgen werden mußten. Andererseits waren die Leichen speziell in den unteren Schichten infolge fortgeschrittener Zersetzung fest miteinander verklebt, so daß die Loslösung oft nur schlecht gelang. In allen den Fällen, in denen keine reguläre Schichtung vorlag, in denen die Leichen vielmehr in wirrem Durcheinander aufgefunden wurden, war eine Entnahme unversehrter Leichname oft von vornherein in Frage gestellt, da die Extremitäten in der Regel in andere Leichenschichten führten und infolge mazerationsbedingter Labilität schon bei geringer Zugbelastung aus dem Körperverband gelöst wurden. Es wurde immer wieder darauf hingewirkt, daß trotzdem die Bergung der Leichen mit aller nur erdenklichen Sorgfalt, Vor- und Umsicht geschah. Die Fälle, die der gerichtsmedizinischen Leichenöffnung und spurenkundlichen Untersuchung zugeführt werden sollten, wurden unter eigner Beaufsichtigung und persönlicher Mitarbeit freigelegt und der Grabstätte entnommen. Insofern war die sichere Gewähr geboten, daß keine Sekundärverletzungen (Bergungsverletzungen) entstanden, die sonst u. U. zu Trugschlüssen in der Beurteilung der zu erhebenden Befunde hätten Anlaß geben können.

Jede einzelne Leiche wurde nach der Freilegung auf eine Holzbahre gehoben, auf dieser aus dem Grab herausgetragen und in einer Lichtung seitlich der Grabstätten niedergelegt. Jede Leiche wurde unmittelbar nach der Bergung fortlaufend numeriert, indem runde Blechmarken mit der zugehörigen eingestanzten Erkennungszahl am Mantel oder Rock des Opfers befestigt wurden. So reihten sich zeitweise hunderte der geborgenen Leichen nebeneinander, die dann alsbald der Reihe nach einer ersten sachverständigen Inaugenscheinnahme unterworfen wurden.

Sodann erfolgte, nachdem man sich von der Art und dem jeweils unversehrten Zustand der Bekleidung sowie von evtl. vorhandener Fesselungsmethodik überzeugt hatte, die Sicherstellung von Orden, Ehrenzeichen, teilweise auch der Achselstücke, eines Uniformknopfes, der Erkennungsmarke sowie die Ueberprüfung und Entleerung sämtlicher Taschen. Das somit gewonnene Beweismaterial (Dokumente) wurde nach einer ersten informatorischen Ueberprüfung und Sichtung an Ort und Stelle in Papiertüten zur endgültigen Untersuchung und Begutachtung aufgehoben. Die Tüten waren mit derselben Num-

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mer versehen, mit der die zugehörigen Leichen gekennzeichnet worden waren. Die für die Identifizierung der Dokumente notwendigen erkennungsdienstlichen Arbeiten lagen Beamten der Geheimen Feldpolizei und des K.T.J. ob. In anderen Fällen, die zur Vervollständigung der gerichtsärztlichen Unterlagen dienen mußlen, wurden die erforderlichen Untersuchungen unter meiner Leitung im gerichtsmedizinischen Feldlaboratorium durchgeführt.

In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle kamen die Schußbefunde durch informatorische Schädelpräparation (Kopfsektion) alsbald zu Ueberprüfung und schriftlichen Fixierung. Wurden im Zuge dieser Untersuchungen oder auch sonst an einer Leiche Spezialbefunde erhoben, so erfolgte alsbald die Gesamtsektion des Leichnams.

Nach Abschluß der geschilderten Untersuchungsgänge wurde jede Leiche einzeln wiederum auf einer Holzbahre zur neuen Erdbestattung abtransportiert. Sämtliche aus den sieben Gräbern geborgenen Leichen wurden — abgesehen von den beiden Brigade-Generalen Bogaterewitsch und Smorawinski, die in Einzeigräbern bestattet wurden — in neu geschaffenen, nordwestlich des ursprünglichen Gräbelfeldes liegenden Massengräbern ordnungsgemäß beigesetzt. Die zuletzt aus dem Grab 8 zur Untersuchung entnommenen 13 Leichen polnischer Militärpersonen wurden nach Ueberprüfung, Sektion und Sicherstellung des notwendigen Beweismaterials vorläufig wieder im ursprünglichen Grab beigesetzt.

b) Allgemeine Feststellungen

Die Leichen aus den Gräben 1—7 tragen sämtlich Winterkleidung, in Sonderheit Militärmäntel, Pelz- und Lederjacken sowie Pullover und Schals. Demgegenüber trugen nur zwei der aus dem am 1. 6. 1943 eröffneten Polengrab 8 entnommenen Leichen Mäntel ohne warme Unterkleidung, die übrigen befanden sich in Sommerkleidung (u. a. Offiziersblusen).

Dieser augenfällige Befund, der vermuten ließ, daß ein gewisser jahreszeitlicher Unterschied bei der Durchführung der Exekutionen bestanden haben mußte, ließ sich durch das Auffinden zahlreicher, in russischer und polnischer Sprache gedruckter Zeitungen und Zeitungsreste unter den Dokumenten der Opfer bestätigen. Während die Zeitungen aus den Massengräbern 1—7 aus der Zeit März bis Mitte April 1940 stammten, lauteten die Daten der aus Grab 8 gesicherten Zeitungen auf Ende April und Anfang Mai 1940. Als Beweisstücke liegen Teile der in polnischer Sprache erscheinenden Zeitung „Stimme der Räte” vom 26. und 28. 4. 1940 (Kiew) mit dem Leitartikel „Parolen für den 1. Mai” sowie russische Zeitungen vom 1. 5. und 6. 5. 1940 vor. Die Uniformen der ausgegrabenen Leichen werden auf Grund der Knopfprägungen (polnischer Adler oder Anker), der Dienstrangabzeichen, Orden und Ehrenzeichen sowie Regimentsabzeichen bzw. Abzeichen zur Kennzeichnung von Waffengattungen, durch die Stiefelformen (Offiziersstiefel mit hoher Hackenkappe sowie über die zum Teil durchgelaufenen Stiefelsohlen geschnallte Holzsandalen und über-

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Дата: Среда, 21 Март 2007
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